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 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#16BeitragVerfasst: 26. Apr 2014 15:09 

Das mit dem Lottospielen ist ja wirklich eine sehr gute Idee, liebe Marie :smiley1678:

Was kostet derzeit eigentlich so ein Kästchen? Zwei oder drei Euro?
Und diesen Einsatz in ein Sparschwein....ja, aber was mache ich, wenn mir die Zahlen
3, 4, 6, 9, 21, 28 plötzlich auf dem Bildschirm erscheinen? Hach, nee.... da mag ich gar nicht dran denken.....
ich glaube, ich springe ins Dreieck und anschließend an die Decke.....
dies wären nämlich meine Zahlen, die hab ich immer im Kopf, schlimmer trifft es mich allerdings jetzt, sollten diese Zahlen gezogen werden, denn nicht einmal ein Sparschwein habe ich bisher begonnen zufüllen ...... :lol27:


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#17BeitragVerfasst: 27. Apr 2014 15:09 
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Was kostet derzeit eigentlich so ein Kästchen? Zwei oder drei Euro?


Das kann man sich hier *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ausrechnen lassen.

aber was mache ich, wenn mir die Zahlen
3, 4, 6, 9, 21, 28 plötzlich auf dem Bildschirm erscheinen? Hach, nee.... da mag ich gar nicht dran denken.....
ich glaube, ich springe ins Dreieck und anschließend an die Decke.....


Nein. In diesem unwahrscheinlichen Fall (der kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:14 Millionen vor) sollst du dir das Nicht-Abgeben des Scheins einfach verzeihen und an diesem Samstag eben mal nichts ins Sparschwein tun.

In allen andern Fällen gewinnst du deinen Einsatz. Bei einem voll ausgefüllten Schein (12 Kästchen) sind das über 12 EUR in einer Woche.

Die Deutschen geben im Jahr 8,3 Milliarden EUR für Lotto und Toto aus.

Das System auf diese Weise auszutricksen, könnte sich lohnen! :biggrinn:

NB: Ich hatte zwei Brüder; der eine war Mediziner, der spielte jede Woche im Lotto und gewann sogar von Zeit zu Zeit Beträge wie DM 3,50. Der andere war Elektrotechniker und hatte viel Ahnung von Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der spielte jede Woche NICHT im Lotto nach der beschriebenen Methode.

Zur Lotto-Ziehung am Samstagabend versammelte sich die Familie vor dem Fernseher. Wo mein elektrotechnischer Bruder dann meist das Lachen nicht mehr lassen konnte und mein medizinischer grimmig vor sich hin grübelte.

:smiley1546:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#18BeitragVerfasst: 28. Apr 2014 10:07 

Ach, ja....
da kann ich mich auch noch gut dran erinnern.
Als ich noch klein war, fiel mir immer auf, wie meine Eltern punkt soundsoviel Uhr vor dem Fernseher saßen, weil die Lottozahlen um diese Uhrzeit gezogen wurden.
Eines Samstagabends nahm mein Vater den Lottoschein in die Hand, den Mutter abgegeben hatte....und kreuzte mit seinem Kugelschreiber die Zahlen an, welche an diesem Abend gezogen wurden, darunter kreuzte er irgendwelche Zahlen an, so sah der Lottoschein aus, wie er hätte aussehen müssen, wenn er die richtigen Zahlen vor dem Abgeben angekreuzt hätte.

Am nächsten Morgen, dies machte mein Vater immer so, kontrollierte er die Zahlen noch einmal mit den gezogenen Zahlen und plötzlich vernahmen meine Mutter und ich in der Küche ein helles Jubeln. Mein Vater stand von seinem Schreibtisch auf, rannte über den Flur zu uns in die Küche und sagte: Geddut (Gertrud) wi hebbet sers Rechten.....jau, datt is jau neet nich toafoaten.....

Und Mutter nahm den Schein in die Hand, setzte ihre übergroße Brille (war damals modern) auf die Nase ....

.....dann sagte sie: Ach, Keerl nochmoal Hans (eigentlich Johannes) de Toolen hebbest du güstern Obend drupp streeken, weest du datt deen neet nich mehr?

Ach, da ließ mein Papa die Schultern hängen, viel auf die Küchenbank und sagte:

Nu weet ick toamindens woar sück datt anfölt.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#19BeitragVerfasst: 28. Apr 2014 19:50 
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Zitat:
Nu weet ick toamindens woar sück datt anfölt.


:gut:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#20BeitragVerfasst: 28. Apr 2014 20:33 

Vor Jahren saß ich im Wartezimmer unseres Dorfdoktors. Ein älterer Mann saß mir gegenüber, neben mir eine junge Frau ebenfalls mit einem Baby, wie ich, mehrere ältere Damen und ein oder zwei Männer im mittleren Alter.
Der ältere Herr, der mir gegenüber saß begann zu erzählen.....und ein Wort gab das nächste, irgendwann sagte er:

De Wurms sün jo schlau, de goant neet nich an een sprützten Appel, man de Menske is jau so blöd, de bitt bloß in een Appel, woar kin Wurm in is un datt is dann jau datt gesprützte Waak.

Un eenich Lüüt spölt jau Lotto, dorbi schitt jau eder een Vögel in een Beerbuddel de midden upp de Koijeweid steiht, as datt se winnen doant.
Man ick spöl neet nich Lotto un ick spöl oak neet nich mit min Leeven, jümmers biet ick in mine eegen Appels fan´t Boom astert min Huus.

Wie er damals darauf kam, ich weiß es nicht, aber diese seine Worte haben sich so sehr in mein Hirn gebrannt, dass ich sie nie wieder vergaß.

Nur mal eben so zum Nachdenken :gut:


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#21BeitragVerfasst: 29. Apr 2014 15:21 
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Klasse, wie du Plattdeutsch kannst!

Was ist Koijeweid?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#22BeitragVerfasst: 29. Apr 2014 21:24 
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Ja, wirklich klasse! Man muss schon mehrmals lesen, um es zu verstehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#23BeitragVerfasst: 29. Apr 2014 21:34 

Klasse, wie du Plattdeutsch kannst!

Was ist Koijeweid?


Upp de Koijeweid bleiht de Koij (sinngemäß: Auf der saftigen Weide, da leben die Kühe auf. Früher, wenn sie vom Stall auf die Weide konnten, da freuten sich die Kühe so sehr, daran kann ich mich noch erinnern, wenn wir bei den Großeltern waren, die Kühe vom Stall geholt wurden und gleich hinter dem Haus auf die Weide getrieben wurden. Sie machten Bocksprünge vor Freude, dabei flog das Euter hin- und her......ach, war das eine schöne Zeit :Sonne: )

Ja, du....das ist die Kuhweide.....

Dieser ältere Herr war in unserer hiesigen Dorftheatergruppe, er verstand es lustig und gleichzeitig tiefsinnig zu schnacken, wir Ostfriesen sagen jedoch "Proaten".

Er war von Beruf Lehrer. Wir Kinder liebten ihn. Auch ich hatte ihn nur für kurze Zeit, bei ihm verstand ich alles. Er gab sich außerordentlich viel Mühe, keiner seiner Schülerinnen und Schüler wurde vernachlässigt oder ausgeschimpft.
Ihm habe ich gute Noten zu verdanken, leider ist Lehrer Hemjeoltmanns schon lange verstorben. Ich kann mich entsinnen, aber da war ich schon lange aus der Schule und arbeitete mit 17 Jahren in der Fabrik als Akkordarbeiterin, dass unser alter Lehrer beim Maibaumsetzen sturzbetrunken war und er nicht mehr allein gehen konnte. Aber niemand sollte dies natürlich mitbekommen, was in einem Dorf jedoch schwerlich zu verschweigen ist. Dennoch gab sich damals "Kohlenjan" die größte Mühe, ihn heimlich in sein heimisches Gemach zu "verlegen".... ja, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er wurde liegend auf dem Treckeranhänger, womit auch der große Birkenbaum aus dem Wald geholt wurde, nach Haus befördert


Well is nu Köhlenjahn?
Datt weer een Kerlke, de fröher de Köhlen allennich upp een Lastwogen toa de Huusken föhr. Oak hee weer domoals bi urns un wi, mine Ollen un ick mursen deen Köhlenhoapen in deen olden Schwienstall schlurn, woar se för deen Winter loagern deen, teegen de Kolde is datt watt heel sünners.

Und....ich bedanke mich für die Blumen :cappi:


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Diskriminierung der Raucher
#24BeitragVerfasst: 30. Apr 2014 17:47 

Weil ich soweit vom Thema abgekommen bin, erzähle ich euch folgendes:

Bei meinen Großeltern war es sehr schön. Mein Großvater war freischaffender Maler, er malte kunstvolle Gemälde. Seine Vorliebe war es Schwäne auf dem See zumalen.

Das Großelternhaus war recht bescheiden. Es gab einen Stall, der direkt an der Küche anschloss und indem Schweine und Kühe "Upp Stee" standen. Das brachte natürlich eine ganze Menge Fliegen mit sich, die durch die Spalten der Holzbretter der Stall- und Küchentür ihren Weg fanden. Meine Großmutter war leidenschaftliche Teetrinkerin. Der Teepott brodelte vor sich hin auf dem Stangenofen, er war so bitter, dass ich ihn nicht genießen konnte. Auf dem Tisch der Küche stand eine Milchschüssel, wo die morgendliche Milch vom Melken hinein kam, worauf sich der Rahm für den Tee absetzte, der mit einem Sahnelöffel abgeschöpft wurde und langsam auf den Tee vorsichtig und seitlich eingegeben wurde. Ich habe meine Großmutter niemals den Tee mit einem Löffel rühren sehen, sie schlürfte ihn mit dem frischen Rahm so herunter, aber der Kandis, der guckte oben aus der Tasse heraus. Und was fand sich im Rahm wieder? Die Fliegen. Jedoch meine Großeltern waren recht bescheidene und äußerst einfache Menschen, so nahm Großmutter den Rahmlöffel und holte die Fliegen heraus, fertig.

Mein Großvater saß oft in seinem Atelier, was ich eher als einen Bretterschuppen bezeichnen möchte. Wenn wir am Abend gemeinsam am Tisch saßen gab es grundsätzlich vom luftgetrockneten Schinken, der oben an der Decke in der Diele hing. Das Schwarzbrot war so wunderbar lecker und die Butter erst, denn meine Oma machte die Butter noch selbst.
Mein Großvater und nun komme ich zum Thema zurück, rauchte Pfeife. Das war sehr schön, er saß auf seinem Hörnstöhl (Eckstuhl und der Sörgenstöhl also Sorgenstuhl des Herrn im Hause). Beim Stopfen seiner Pfeife sah ich ihm aufmerksam zu, er nahm sein Ledersäckchen mit Tabak und stopfte die Pfeife, dann steckte er sie an. Die Pfeife nahm er kaum aus dem Mund, sondern sie hing am linken Mundwinkel herunter, er sprach sogar mit der Pfeife im Mund.

Einmal setzte er sich zu mir auf das Sofa, ein ostfriesisches Sofa in der kleinen Küche, neben dem Brunnen, dann begann er seine Pfeife zu stopfen, sah mir über die Schulter als ich einen Baum malte. Wie alt ich damals war, weiß ich nicht mehr, womöglich fünf Jahre vielleicht? Ich weiß es leider nicht. Großvater sah sich den von mir gemalten Baum an und sagte: "Maiti, datt is overst kin Boom, doar sünn jau goarkin Wuddels un Blooden dran. Opa wiest di datt ehm. Un watt sünn datt för Dinger toa moalen? So geiht datt neet nich. Opa hoalt een Bleestift. Töf man ehm."
Ich hatte Filzstifte von daheim mitgebracht, diese befand Opa für untauglich. Es hat sich damals so sehr in meinen Kopf gebrannt, dass ich sogar heute noch keine Filzstifte für Kinder kaufe. Meine Kinder bekamen ausschließlich für daheim zum Malen Tusche, Wachsmalstifte oder Buntstifte.
So holte er seinen Bleistift, er lief immer sehr langsam, er schlurte mit den Pantoffeln auf dem Steinboden, das waren einfach nur rote Klinker in der Küche, wie auch im Stall. Dann setzte er sich zu mir und zeigte mir, wie man einen Baum malt. Niemals habe ich das vergessen und noch heute male ich so, wie er es mir damals zeigte.
Dabei rauchte er natürlich seine Pfeife und er erzählte mir und ich erzählte ihm, ja wir hatten einfach Zeit. Gibt es das heute noch? Kein Radio rappelte, keine Waschmaschine, denn Oma kochte die Wäsche noch im Waschzuber, der Fernseher stand in der guten Stube, die kaum betreten wurde, außer zu Weihnachten. Meine Großeltern waren sehr gläubige evangelisch lutherische Kirchengänger.
Meine Großmutter hat es niemals verstanden, wie meine Mutter Zeuge Jehovas werden konnte, sie hat darunter sehr gelitten, wie mein Onkel mir vor vielen Jahren berichtete.

Nun ja, um wieder auf das Thema zurück zukommen....

wenn die Pfeife zu Ende geraucht war, stand mein Opa ganz, ganz langsam auf, schlurte nach draußen und klopfte die Pfeife an der Hausmauer aus. Oh, das konnte sehr lange dauern, er guckte dann noch nach den Schafen und dem bösen Schafbock, der an einem Sticker festgekettet war. Irgendwann ging er zurück ins Haus, aber immer durch den Stall. Am Anschluss lief er über die schmale Gasse, zwischen Schweineställe und Kuh "Upp Stee" (und diese zwei Worte kann ich nicht übersetzen, womöglich handelt es sich um eine Bezeichnung der höher gelegenen Stellen, wo die Kühe standen, denn dahinter war ja dieser Gööd...also, wo die Kühe hinein pupsten, boha...das spritzte aber mächtig, wenn sie machten, die Kühe meine ich......nun ja, diese Stelle war höher als die Gasse, zwischen dem Schweinestall und eben "Upp Stee".....)

Opa setzte sich wieder hin und malte weiter, er konnte wundervoll malen....hach, war das schön. Seine ruhige Ausstrahlung hat mich mit beruhigt. Ja, natürlich dauerte es nicht lange, da stopfte er sich die nächste Pfeife, als er sie angesteckt hatte, durfte ich immer das Zündholz auspusten, da lachte er so lustig.
Dann sagte er ganz oft zu mir und er sagte es sehr streng: "Messer, Gabel, Schere, Licht dürfen kleine Kinder nicht!"
Wir saßen also auf dem Sofa, Opa hatte sich zurück gelehnt und schaute auf das Stück Papier mit seinem gemalten Baum darauf, dabei zog er an seiner Pfeife, da wartete ich ab, bis meine Oma aus der Tür war und sagte ganz leise: "Opa?"

Er: "Jaaaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuuuuuuuu, min Maiti?"
Ich: "Darf ich mal probieren?"
Er: "Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuuuuuu, overst neet nich din Voder sergen, nee? De dreiht mi de Kopp rüggels!"
Er erklärte mir noch, dass ich daran ziehen müsste, als würde ich etwas durch einen Strohhalm trinken, hier wäre es nun der Rauch und ich dürfte es aber nicht herunter schlucken, sondern gleich wieder heraus pusten.....

Das tat ich, es schmeckte lecker. Ich möchte meinen, ob man Raucher wird oder nicht liegt eventuell ein wenig in den Genen....... :lol27:


  
 
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