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 Betreff des Beitrags: Am Anfang war das Wort - unsere Sprache
#1BeitragVerfasst: 1. Mär 2014 10:00 
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In diesem Thread soll es um unsere Sprache gehen.

Den Anfang mache ich einmal mit diesem Beitrag aus dem Spiegel, in dem es um verschwurbelte wissenschaftliche Sprache geht.

Spiegel online hat geschrieben:
Wissenschaftssprache zum Abgewöhnen: Wie Professoren ihre Studenten quälen

Häh? Professoren drangsalieren ihre Studenten gerne mit unverständlichem Deutsch. Sie lieben Fremdwörter und Bandwurmsätze. Wir zeigen zehn akademische Grausamkeiten und ihre - eigentlich ganz einfachen - Übersetzungen.

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Beispiel:
"Die verbalisierte Meinung stellt dabei eine Komponente der Einstellung dar."
Übersetzung: "Was jemand sagt, lässt Rückschlüsse auf seine Meinung zu."

Ich finde, die Übersetzung stimmt nicht, gleichwohl hätte man es sicher viel eleganter und klarer ausdrücken können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Am Anfang war das Wort - unsere Sprache
#2BeitragVerfasst: 3. Okt 2016 22:15 
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Beiträge: 165
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Prima Idee, der ganze Diskussions-Strang.

Ein Problem bei der Sprachpflege besteht darin, dass Universitäts-Germanisten, die zu spät darauf gekommen sind, dass der Sprachwissenschaftler nicht die Sprache verändern, sondern BESCHREIBEN soll, einschließlich der scheinbaren Sprachdummheiten, heute zu 100% mit einem spitzen Schrei in Ohnmacht fallen, sobald man sie mit Beispielen auf nötige Sprachpflege bzw nötige normative Aussagen hinweist (zB: verschwurbelte Ausdrucksweise, wie du sie zitierst, ist unzweckmäßig und zu vermeiden).

Deshalb wird in Deutschland (zum Unterschied von Frankreich und den angelsächsischen Ländern) viel zu wenig für die Sprachpflege getan, weil Sprachpflege bei den hiesigen vermeintlichen Fachleuten eine so schlechte Presse hat. Grund: Die nervigen Sprachdummheiten könnten sich ja durchaus in der Sprachgeschichte als erfolgreich erweisen, was mehrfach vorgekommen ist usw.

Mit ihrem zwanghaft diachronischen Blick übersehen die Germanisten aber, dass die Sprache auch ein Leben im JETZT hat, und dass ein Kenner der Sprache durchaus auch Akzeptanz-Urteile abgeben darf, ungeachtet dessen, ob sich seine Vorschläge nun in Zukunft eher durchsetzen werden oder nicht.

Und dass zu einer vollständigen Beschreibung der Sprache auch das Akzeptanz-Empfinden der Sprachbraucher hinzugehört. Nicht nur das Empfinden der Mehrheit der Sprachbraucher, sondern auch das der Minderheit der besonders kompetenten Sprachbraucher, wie der literarischen Schriftsteller, Historiker, Juristen, die beruflich auf eine gute Rhetorik angewiesen sind.

Wenn mir eine offensichtlich unzweckmäßige Ausdrucksweise bzw Sprachgewohnheit begegnet, dann habe ich daher keine Hemmungen, auf den betreffenden Ausdrucksfehler hinzuweisen. Solange sowas noch nicht voll im Gebrauch etabliert ist, hat man ja durchaus auch die Aussicht, zum Trendsetter für einen vernünftigeren Gebrauch zu werden. Tsk. :smiley1678:


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